Personae Non Gratae
Drei Eskalationen aus Kabine und Trainerbüro, in denen Wolfsburg vom Werksclub zum Schauplatz öffentlicher Zerwürfnisse wurde — zwischen Magaths zweiter Amtszeit, Diegos stillem Abgang und Effenbergs Gewichtsstreit.
Magaths zweite Amtszeit: vom Meistertrainer zum Spalter der VW-Stadt
Felix Magaths Rückkehr 2011 endet im Oktober 2012 nach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte und Beschwerden aus dem Kader.
Nach einem Wechsel zum FC Schalke kehrt Felix Magath (oder sein Klon, bzw. sein missratener Zwilling) nach Wolfsburg zurück. Wer auch immer da kommt, er kann nicht an die Glanzleistungen von Felix dem Ersten (Episode I.) anschließen. Die „dunkle Seite der Macht“ hat den „Gottkaiser“ umfangen.
Nach angeblichen Beschwerden von Profis wie u.a. Marcel Schäfer, wird Felix der Zweite im Oktober 2012 entlassen. Auch wenn die Spieler ihre Unschuld beteuern, bleibt ein fader Beigeschmack.
Die Gunst der Fans hat Felix der Zweite nach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte auf jeden Fall verloren. Felix Magath spaltet bis heute die VW-Stadt. Die einen „vergöttern“ den Meistertrainer immer noch, die anderen halten ihn für einen „fiesen Möpp“, der ob seiner Erfolge in seinen späten Jahren „aus der Spur geraten ist“.
Diegos stille Flucht aus dem Mannschaftshotel
Der Brasilianer verlässt am letzten Spieltag 2010/11 wortlos das Hotel — und beendet damit seine Bundesligakarriere.
Diego: „Der Untreue“. Der Mittelfeldspieler kommt 2010 für 15 Millionen Euro aus Turin nach Wolfsburg. Er steht 77-mal in Grün-Weiß auf dem Platz und erzielt 19 Tore.
Am letzten Spieltag der Saison 2010/11 verlässt er ohne ein Wort das Mannschaftshotel der zu diesem Zeitpunkt einen Punkt vom Abstiegsplatz entfernten Wolfsburger, nachdem er dort bei der Mannschaftssitzung erfährt, nicht in der Startaufstellung zu sein. Es folgen Abmahnung und Geldstrafe, doch der Vertrauensschaden bei Trainer Felix Magath ist irreparabel. Die Ego-Nummer kostet dem Brasilianer seine Bundesligakarriere, da er von Magath nicht mehr berücksichtigt wird und kein anderer Verein Interesse anmeldet.
Effenbergs 90 Kilo und der Streit mit Bernd Storck
Nach 19 Einsätzen geht Stefan Effenberg im April 2003 — Co-Trainer Storck verlangte zwei Kilo Gewichtsverlust pro Woche.
„Der Übergewichtige“. Am 2. April 2003 verlässt Stefan Effenberg den VfL Wolfsburg nach nur 19 Einsätzen. Und zwar genauso plötzlich, wie er gekommen ist.
Der damals 34-Jährige ist beleidigt. Coach Jürgen Röber gewährt ihm keine Privilegien. Co-Trainer Bernd Storck findet ihn zu dick und moniert seine Fitness.
90 Kilo zeigt die Waage an. "Mit dem Gewicht habe ich mit Bayern die Champions League gewonnen. Aber Co-Trainer Storck sagte nur: Bis zur nächsten Woche hast du zwei Kilo abgenommen.
Ich dachte, ich bin im falschen Film", empört sich „Cheffe“ Effe. Der Hamburger und der VfL Wolfsburg – eine Mesalliance par excellence. "Jürgen Röber sollte noch lernen, wie man sich gewissen Spielern gegenüber zu verhalten hat." Oder eben nicht!
DFL-Lizenz-Check
WOB · GJ 2023-24Trainer, die am Wolfsburger Anspruch zerbrechen
Mark van Bommel hält sich nur 13 Spiele als VfL-Trainer — trotz einer Mannschaft, die gerade die Champions League erreicht hat.
Mark van Bommel: 13 Spiele bis zur Trennung
Trotz frisch erreichter Champions League übersteht der Niederländer in Wolfsburg nur 13 Pflichtspiele.
Seine taktische Rigidität und Kommunikationsprobleme führen zur schnellen Trennung.