Good to Know
Vier Fußnoten zur Wolfsburger Vereinsgeschichte: von der Gründung in einer Baracke über die fast tödliche Abspaltung 1945 und 45 Jahre Mittelmaß bis zum Frauen-Triple 2013.
Stadtgründung 1938, Vereinsgründung erst 1945 in einer Baracke
Wolfsburg entsteht 1938 als Stadt des KdF-Wagens rund um das VW-Werk; der VfL wird erst nach Kriegsende offiziell gegründet.
Am 26. Mai 1938 legt Adolf Hitler den Grundstein für ein Volkswagenwerk, in dem ursprünglich der KdF-Wagen (Kraft-durch-Freude) produziert werden soll. Zu dem Zweck wird die Stadt Wolfsburg gegründet und zunächst „Stadt des Kraft-durch-Freude-Wagens bei Fallersleben“ genannt. Der spätere VW Käfer erhält eine Heimat und Wolfsburg, wie die Stadt erst nach Kriegsende heißt, den Stempel eines Propagandavehikels der Nazis.
Im selben Jahr gründet sich innerhalb des Volkswagenwerkes eine Betriebssportgemeinschaft, die bis 1944 höherklassig in der Gauliga Osthannover spielt und eine Art Vorläufer des VfL Wolfsburg ist. Die offizielle Gründung des VfL Wolfsburg erfolgt erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Am 12. September 1945 wird ohne jeglichen Glamour in einer Baracke in der Reislinger Straße der Verein gegründet.
Beinahe-Aus 1945: Die Abspaltung des 1. FC Wolfsburg
Drei Monate nach der Gründung verlässt fast die gesamte erste Mannschaft den VfL, um den 1. FC Wolfsburg zu gründen.
Die Gründungsgeschichten der Stadt Wolfsburg und des Vereins VfL Wolfsburg sind bekannt. Was wenige wissen. Um ein Haar hätte sich der Fußballverein drei Monate nach der Gründung bereits wieder aufgelöst.
Denn im Dezember 1945 trennt sich praktisch die gesamte erste Fußballmannschaft vom VfL, um in Eigenregie den 1. FC Wolfsburg zu gründen. Coach Josef Meyer ist wenig erfreut, muss er doch ein neues Team zusammenstellen. Das tut er mit Erfolg.
Schon im ersten Jahr seiner Existenz schafft das neue Team den Sieg in der 1. Kreisklasse-Meisterschaft und den Aufstieg in die Bezirksliga. Von 1951 bis 1954 folgen weitere Titel in der Amateuroberliga Niedersachsen-Ost, bis sich der junge Verein schließlich im letzten Aufstiegsspiel gegen den Heider SV mit 2:1 durchsetzt und den Aufstieg in die damals erstklassige Oberliga Nord perfekt macht.
45 Jahre Mittelmaß: Vom 2.-Liga-Gründungsmitglied bis zur Bundesliga 1997
Wolfsburg ist 1974 Gründungsmitglied der 2. Bundesliga, verschwindet aber zwischen 1977 und 1992 komplett aus dem Profifußball.
Was außerhalb der Stadt auch nicht sonderlich bekannt ist: 1974 steigt Wolfsburg zwar als Gründungsmitglied in die 2. Bundesliga ein. Doch im Premierenjahr geht es südwärts und der Verein steigt direkt wieder ab. Es folgen ein weiterer Auf- und Abstieg, bis die Wölfe 1977 für 15 Jahre komplett aus dem Profifußball verschwinden.
Erst 1992 kehren sie unter Trainer Uwe Erkenbrecher in die 2. Bundesliga zurück. In der Aufstiegsrunde müssen sie gegen drei Gegner aus den neuen Bundesländern antreten: den FC Berlin (so hieß der BFC Dynamo kurzzeitig), Union Berlin und den FSV Zwickau. Am 13. Juni 1992 wird der Aufstieg durch einen 2:1-Sieg gegen den FC Berlin perfekt gemacht.
Bis zum Aufstieg in die Bundesliga vergehen weitere fünf Jahre. Es dauert also genau 45 ziemlich erfolglose Jahre, bis der Hauptsponsor Volkswagen AG den VfL Wolfsburg in der höchsten deutschen Spielklasse begrüßen kann. Seit 1952 ist die Volkswagen AG Hauptsponsor des Vereins.
Frauen-Triple 2013: Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League
In der Saison 2012/13 holen die Wölfinnen unter Ralf Kellermann als erstes deutsches Frauenteam das Triple.
Was gerne übersehen wird: Die Damen des VfL Wolfsburg sind deutlich erfolgreicher als die Herren. Für sie ist die Spielzeit 2012/13 die bisher erfolgreichste. Als Zweite der Vorsaison ziehen die Wölfinnen erstmalig in die Champions League ein und schreiben Geschichte.
Im letzten Heimspiel gegen Bad Neuenahr wird die Mannschaft von Ralf Kellermann zunächst souverän Deutscher Meister und holt den ersten Titel der VfL-Frauen-Geschichte nach Wolfsburg. Im Anschluss, nur zwölf Tage später, sammeln sie auch den DFB-Pokal sowie den Champions League Titel gegen die Übermacht von Olympique Lyon ein. In der gleichen Saison wie die Herren des FC Bayern gewinnen auch die Damen des VfL Wolfsburg das Triple.
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Frage 1 von 6
Champions League, Trainerverschleiß und das Ende der Frauen-Dominanz
In der Saison 2020/21 qualifiziert sich der VfL Wolfsburg unter Trainer Oliver Glasner für die Champions League — ein Erfolg, der in der Autostadt fast untergegangen wäre.
Champions-League-Qualifikation 2020/21 unter Oliver Glasner
Wolfsburg schafft unter Oliver Glasner die Königsklasse — der Trainer geht direkt danach nach Frankfurt.
In der Saison 2020/21 qualifiziert sich der VfL Wolfsburg unter Trainer Oliver Glasner für die Champions League — ein Erfolg, der in der Autostadt fast untergegangen wäre. Glasner verlässt den Verein anschließend in Richtung Eintracht Frankfurt, wo er den Europa-League-Titel holen wird.
Trainer-Karussell nach Glasner: Van Bommel, Kohfeldt, Kovac, Hasenhüttl
Nach Glasners Abschied verschleißt der VfL in wenigen Jahren vier Cheftrainer — die VW-Millionen ersetzen keine Kontinuität.
Was folgt, ist ein Trainer-Karussell, das selbst für Wolfsburger Verhältnisse bemerkenswert ist: Mark van Bommel (entlassen nach 13 Spielen), Florian Kohfeldt (erfolglos), Niko Kovac (kommt und geht), Ralph Hasenhüttl — und weitere bis 2026. Die VW-Millionen fließen weiter, die Nachhaltigkeit fehlt. Die Frauen-Abteilung des VfL, langjähriger Serienmeister, wird zwischenzeitlich vom FC Bayern als Nummer eins in Deutschland abgelöst.