Akte VfL Wolfsburg
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Traurige Schicksale

Eine vergessene Playstation und ein Unfall auf der A2

Junior Malanda verpasst am 10. Januar 2015 die Abreise ins Trainingslager nach Kapstadt und verunglückt auf dem Weg zum Flughafen tödlich.

Junior Malanda: Junior Malanda ist spät dran. Der Wolfsburger, 2013 für eine Ablöse von 1,7 Mio. Euro von Zulte Waregem zum VfL Wolfsburg gewechselt, hat die Abreise der „Wölfe“ ins Trainingslager nach Kapstadt in Südafrika verpasst, weil er unbedingt noch seine Playstation holen will.

Der Versuch, auf dem Weg zum Flughafen Braunschweig die verlorene Zeit mit dem Auto wieder herauszuholen, endet für ihn tödlich. Bei Regen und starkem Wind kommt der VW von der Fahrbahn ab, Malanda, der auf der Rückbank sitzt, wird aus dem Wagen geschleudert und ist sofort tot. Die letzten Sekunden im Leben von Bernard Malanda-Adje, genannt Junior, kann die Polizei erst neun Monate nach dem tragischen Unfalltod des belgisch-kongolesischen Fußballprofis auf der A2 bei Porta Westfalica exakt rekonstruieren.

Den am 10. Januar 2015 auf dem Weg ins Trainingslager des VfL Wolfsburg tödlich verunglückten Mittelfeldspieler kostet die Tatsache, nicht angeschnallt zu sein und das Bücken nach einem in den Fußraum eines VW-Geländewagens gefallenen Handy-Ladekabels wohl das Leben. Malandas belgischer Kollege Anthony D‘ Alberto, zu diesem Zeitpunkt Profi in Venlo in den Niederlanden, steuert den Unglückswagen, einen VW Touareg, an diesem rabenschwarzen 10. Januar 2015. Der Verteidiger überlebt schwer verletzt. Die Nachricht vom Tod des Fußballprofis verbreitet sich in Wolfsburg wie ein Lauffeuer.

Spontan treffen sich mehr als 1.000 VfL-Fans an der Volkswagen Arena zu einem Trauermarsch. Die Bundesliga ist in der Winterpause, doch der Schock sitzt tief. Junior Malanda – er steht für die personifizierte Tragik eines Profis.

So lesen sich seine Leistungsdaten, so liest sich das Protokoll seines Unfalls. Sein Bundesliga-Debüt gibt er am 8. Februar 2014 beim 3:0-Erfolg beim 1. FSV Mainz 05. In den folgenden Wochen bleibt Junior Malanda jedoch ohne Einsatz im Kader des Teams von Trainer Dieter Hecking, ehe ihn eine Kreuzbandzerrung im April 2014 fünf weitere Wochen zum Zuschauen zwingt. Die vergebene Riesen-Chance beim FC Bayern lässt Junior Malanda nicht mehr los.

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